Die Adventszeit läutet die besinnlichste Zeit des Jahres ein. Zumindest abseits des Straßenverkehrs. Denn während vielerorts die Weihnachtsmärkte ihre Pforten öffnen und die Suche nach passenden Geschenken die Menschen in die Kaufhäuser treibt, kommt es in dieser Zeit vermehrt zu Unfällen auf Deutschlands Straßen.

Das Risiko für Unfallhäufigkeit im Straßenverkehr steigt während der Adventszeit auf ein Jahreshoch

Nach aktuellen Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), ist das Risiko von Sachschäden im November und Dezember am höchsten. Die Gefahr eines Pkw-Unfalls übersteigt den Jahresdurchschnitt in der Adventszeit um 14%.

Das sind die Gründe für die vermehrte Schadenshäufung in der Winterzeit

Die früher einsetzende Dunkelheit, Regen, Glätte und Laub auf der nassen Fahrbahn begünstigen das Unfallrisiko in der Winterzeit. Zudem verstärkt das hohe Verkehrsaufkommen vor den Weihnachtsfeiertagen das Risiko für Verkehrsunfälle erheblich. Dafür sprechen auch die vom GDV veröffentlichten Zahlen zur Schadenhäufigkeit im Jahresvergleich. Während das Risiko für Pkw-Unfälle und damit verbundene Sachschäden am Anfang des Jahres vergleichsweise niedrig ist, steigt sie von Oktober bis einschließlich Weihnachten kontinuierlich an.
In der Höchstphase zwischen dem 1. und 22. Dezember steigt die Schadenhäufigkeit auf ganze 14 Prozent über dem Jahresdurchschnitt.
Wir haben die größten Gefahren für Pkw-Unfälle in der Winterzeit zusammengestellt und sagen dir, wie du dein Auto am besten vor einem Schaden schützen kannst.

Die größten Unfallgefahren im Winter

In der kalten Jahreszeit ändern sich nicht nur die Anforderungen an das eigene Fahrzeug, auch Fahrer selbst müssen sich auf neue Witterungsbedingungen einstellen. Eine vorausschauende und umsichtige Fahrweise kann Autofahrer daher vor Stress, Pannen und nicht zuletzt gefährlichen Unfällen bewahren. Vor allem die Anpassung der Geschwindigkeit an die nassen, matschigen oder gar vereisten Straßen sollten Verkehrsteilnehmer ernst nehmen. Selbst mit Winterreifen wird der Bremsweg bei Schnee um das dreifache und bei Glatteis sogar um das siebenfache gegenüber einer Bremsung auf trockener Fahrbahn verlängert.
Laut ADAC, sind diese Gefahrenquellen bei Autofahrern besonders gefürchtet:

Gefahr #1: Unvorsichtige Verkehrsteilnehmer

Auch wenn laut StVO der Grundsatz des Vertrauens in das richtige Verhalten anderer Fahrer im Straßenverkehr gilt, sollte man im Winter besonders auf den Fahrstil aller Verkehrsteilnehmer achten. Oft führt eine falsche Einschätzung der Geschwindigkeit beim Abbiegen oder der Bremswege zu Auffahrunfällen, Kollisionen mit dem Gegenverkehr oder zwingt andere Fahrer zu gefährlichen Ausweichmanövern. Vielfahrer, für die der Wechsel der Straßenbedingungen weniger plötzlich kommt als für Gelegenheitsfahrer, müssen deshalb mit Fehleinschätzungen anderer Verkehrsteilnehmer rechnen. 79 Prozent der befragten Autofahrer schätzen unvorsichtige Verkehrsteilnehmer als größte Gefahrenquelle auf deutschen Straßen ein.

Gefahr #2: Unzureichender Winterdienst

Zwar können sich Autofahrer mit der richtigen Bereifung und Fahrweise an die winterliche Nässe und Glätte anpassen,aber bei unerwarteten, massiven Schneefällen oder Blitzeis sind Autofahrer auf die örtlichen Winterdienste angewiesen.
Der unzureichende Einsatz des Winterdienstes wird in 64 Prozent aller Unfälle als Ursache verantwortlich gemacht. Fahrer sollten zur eigenen Sicherheit deshalb möglichst auf geräumten Straßen und Spuren fahren, auch wenn dies oft einen Umweg oder langsameres Vorankommen bedeutet. Geräumte Straßenabschnitte wie Hauptstraßen werden zwar meist stärker befahren, sind jedoch sicherer als kaum befahrene und damit eingeschneite Fahrbahnen. Hier ist der Bremsweg bei angemessenem Sicherheitsabstand deutlich geringer ist als bei ungeräumten Straßen.

Grund #3: Gefahr durch Schlaglöcher

Im Winter entstehen durch das Zusammenspiel von Feuchtigkeit und Frost kleine Risse in der Straßendecke, die im schlimmsten Fall zu tiefen Schlaglöchern werden können. Weil zum Teil sogar starke Straßenschäden unter Matsch und Schnee auf der Fahrbahn nicht immer für Fahrer sichtbar sind, stellen sie besonders im Winter eine große Gefahr dar. Schon bei niedrigen Geschwindigkeiten können durch ein Schlagloch erhebliche Schäden an Felge, Rad und Radkasten oder sogar an den Achsen der Räder entstehen.

Die passende Kfz-Versicherung ist wichtiger denn je

Kommt es trotz der richtigen Bereifung und einer aufmerksamen Fahrweise zu einem Unfall mit einem anderen Verkehrsteilnehmer, sind Autofahrer durch die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung abgesichert. Diese kommt für verursachte Schäden an geschädigten, fremden Fahrzeugen und für Personenschäden auf.

Für Beschädigungen am eigenen Fahrzeug musst Du jedoch unter Umständen selbst aufkommen, wenn Du vorher keine Teil- oder Vollkaskoversicherung für das Fahrzeug abgeschlossen hast.

Bei Unfällen, die durch fahrlässiges Verhalten entstanden sind, kann die Versicherung die Erstattung entstandener Kosten verweigern. Wer also bei Schnee und Glätte keine passende Bereifung am Fahrzeug anbringt, seine Geschwindigkeit nicht an Straßen und Lichtverhältnisse anpasst oder trotz vereister Scheiben im Straßenverkehr unterwegs ist, wird in der Regel nicht entschädigt. Versicherungen müssen in diesem Fall aber eindeutig nachweisen, dass der Unfall durch mangelnde Anpassung an die Witterungsverhältnisse entstanden ist.

Allgemein gilt: Mit der richtigen Vorbereitung für die kalte Saison fährst Du nicht nur sicherer, sondern kannst Dich im Schadensfall auch auf Deine Versicherung berufen.

Quellen
ADAC
GDV Gesamtstatistik 2015 – 2017
GDV Medieninformation vom 13.11.2019; Viele Blech­schä­den in der Advent­s­zeit