Im Herbst ist das Thema Wildunfall wieder in aller Munde. Aber sind tatsächlich so viele Autofahrer davon betroffen? Wer zahlt im Schadensfall? Und bei welchen Tieren zahlt die Versicherung? Das wollten wir genauer wissen und haben eine repräsentative Umfrage unter Autofahrern1 in Deutschland durchgeführt.

Ergebnisse unserer Umfrage zu Wildunfällen 2019

  • 18% aller Autofahrer hatten bereits einen Wildunfall
  • Ungleiche Verteilung: Männer sind fast doppelt so oft (24%) in Wildunfälle verwickelt wie Frauen (13%)
  • In 84% aller Fälle wurden Schäden durch die Versicherung übernommen

Wildunfälle sind nicht immer vermeidbar

Viele Unfälle lassen sich durch umsichtiges Fahren vermeiden. Wenn aber plötzlich ein oder mehrere Wildtiere die Fahrbahn überqueren, geraten auch vorausschauende Fahrer in Schwierigkeiten. Das kann die Gefahr eines Unfalls erhöhen.
Um herauszufinden, wie hoch das Risiko tatsächlich ist, haben wir festgestellt, wie viele Autofahrer in Deutschland bereits selbst einen Wildunfall hatten.

Fast jeder Fünfte hatte bereits einen Wildunfall

Laut Umfrage hatten bereits 18% der befragten Autofahrer/innen einen Unfall mit Wildtieren. Zu Wildtieren gehören unter anderem Rehe, Hirsche und Wildschweine.

Männer haben fast doppelt so häufig Wildunfälle

Männer sind mit 24% fast doppelt so häufig in Wildunfälle verwickelt wie Frauen (13%).

Im August “spielen die Männer verrückt”

Nicht nur männliche Autofahrer sind öfter an Wildunfällen beteiligt. Auch männliche Wildtiere sind häufiger in Unfälle verwickelt. Insbesondere während der Brunftzeit im August kommt es zu Zusammenstößen mit männlichen Wildtieren.
Während der Brunftzeit kommt es vermehrt zu Revierkämpfen zwischen Rehböcken. Nach einem Kampf verbleibt der “Sieger” im Wald, während das unterlegene Tier oft in Panik die Flucht antritt und dabei meist eine Straße überquert, ohne auf den Verkehr zu achten.

Wildunfall – wer zahlt den Schaden?

Selbst wenn der Zusammenstoß mit einem Wildtier für Autofahrer und Insassen glimpflich ausgeht, bleibt neben dem Schrecken der Schaden am Fahrzeug. Egal ob oberflächliche Schäden oder gar ein Totalschaden, eine Frage stellt sich immer: Wer zahlt den Schaden?

Umfasst die Kfz-Versicherung die Schadensabdeckung im Falle eines Wildunfalls, kommt die Versicherung für den Schaden am Fahrzeug auf. Ist der Autofahrer jedoch nicht umfassend versichert, muss er für die Schäden selbst aufkommen. Auch hierzu haben wir die Autofahrer in Deutschland befragt.

Mehrheit bekommt bei Wildunfall Geld von Versicherung

Die Mehrheit der befragten Autofahrer (84%) war zum Zeitpunkt des Unfalls gegen Wildtierschäden versichert und bekam den Schaden von der Versicherung erstattet. Immerhin 16% der Autofahrer mussten die Kosten des Schadens jedoch selbst übernehmen. Das hatte zweierlei Gründe. Gut ein Zehntel (11%) war nicht gegen Wildschäden versichert und musste daher selbst zahlen. Weitere 5% der Autofahrer bekamen trotz vorhandener Versicherungspolice keine Erstattung ihres Wildunfallschadens. Das kann unter anderem daran liegen, dass es sich um Unfälle mit Wildtieren gehandelt hat , die nicht zur Kategorie Haarwild gehören und in der Regel nicht durch die Versicherungspolice abgedeckt sind.

Was ist eigentlich Haarwild?

Haarwild ist eine Gruppe von Tierarten, die im Bundesjagdgesetz festgelegt ist. Die Teilkaskoversicherung kommt nur für den Schaden auf, wenn Haarwild am Unfall beteiligt war. Dabei kommt es nur darauf an, dass die Tierart gesetzlich als Haarwild gilt und es ist irrelevant , ob die Tierart tatsächlich über Haare verfügt.
Zum Haarwild gehören vor allem:

  • Dam- und Rotwild (z. B. Rehe, Hirsche)
  • Luchse, Füchse, Marder, Otter
  • Hasen, Kaninchen
  • Wildschweine

Wildtiere wie Wölfe und Bären zählen nicht zum Haarwild. Haus- und Nutztiere, wie Hunde und Katzen oder Kühe und Pferde zählen ebenso nicht als Wildtiere und werden daher auch nicht durch die Versicherung abgedeckt. Allerdings lässt sich der Versicherungsschutz bei vielen Versicherern so ausweiten, dass Unfälle mit fast allen Tieren abgedeckt sind.

Der passende Versicherungsschutz

Ein guter Versicherungsschutz ist essentiell. Mit Joonko kannst Du schnell und einfach eine passende Versicherung mit Wildtierabdeckung finden.

Am besten ist es jedoch, Wildunfällen vorzubeugen. In unserem Experteninterview “Wildunfall – was tun?”, erfährst Du, wie Du das Risiko senken kannst. Ein Polizeikommissar, ein Jäger und ein Fahrlehrer geben Dir konkrete Tipps, wie Du Dich im Ernstfall richtig verhältst.

1 Umfrage über das Online Access Panel der SPLENDID RESEARCH GmbH, n = 1.000 im Alter von 18 bis 69 Jahren in Deutschland