Kfz abmelden – die Basics

  • Meldest Du Dein Fahrzeug ab, darfst Du damit nicht mehr am Straßenverkehr teilnehmen oder es auf öffentlichem Grund abstellen.
  • Ein Fahrzeug abmelden kannst Du bei allen Kfz-Zulassungsbehörden des Landes, unabhängig von Deinem Hauptwohnsitz. Auch online ist dies inzwischen möglich.
  • Statt das Auto selbst abzumelden, kannst Du auch eine andere Person damit beauftragen – ohne ihr eine Vollmacht ausstellen zu müssen.
  • Sobald Du Dein Auto abmeldest und ein neues anmelden möchtest, brauchst Du eine neue Versicherung. Mit Joonko findest Du die passende Kfz-Versicherung.

In welchen Fällen muss ich ein Kfz abmelden?

Rund 9 Millionen Fahrzeuge werden jährlich in Deutschland abgemeldet. Dafür gibt es viele verschiedene Gründe – im Folgenden erklären wir Dir, welche das sein können und was es dabei jeweils zu beachten gilt.

Fall 1: Auto abmelden aufgrund eines Autoverkaufs

Einer der häufigsten Gründe für die Abmeldung eines Kfz: ein bislang gemeldetes Fahrzeug wird oder wurde bereits verkauft. Dabei ist die Abmeldung des Kfz in diesem Fall gar nicht zwingend erforderlich – Du hast 2 Möglichkeiten:

  1. Fahrzeug selbst abmelden (als Verkäufer bzw. Verkäuferin): Du verkaufst Dein Auto und meldest dieses ab, ehe es in den Besitz des Käufers übergeht.
  2. Fahrzeug ummelden lassen (vom Käufer bzw. der Käuferin): Wer das Auto kauft, schreibt es unmittelbar danach auf sich um. Es ist dann automatisch nicht mehr auf Dich zugelassen.

Die Abmeldung des Kfz vor dem Verkauf bringt sowohl einen großen Vorteil als auch einen Nachteil mit sich:

Vorteil

Höhere Sicherheit: Mit der Abmeldung ist das Fahrzeug offiziell nicht mehr auf Dich zugelassen. Verursachen Käufer (neuer Besitzer) oder zum Beispiel Händler nach der Überführung Unfälle und Schäden, haftest Du nicht dafür.

Nachteil

Organisationsaufwand: Sobald Du Dein Auto abgemeldet hast, darf es nicht mehr auf öffentlichem Grund stehen oder gefahren werden. Dies kann den Verkauf erschweren, beispielsweise wenn potenzielle Käufer das Auto Probe fahren möchten.

Verkaufst Du Dein Kfz angemeldet, halte im Autokaufvertrag einen genauen Zeitpunkt für die Ummeldung fest – dazu verpflichtet sich der neue Besitzer bzw. die neue Besitzern mit einer Unterschrift. Informiere dennoch zusätzlich Deine Kfz-Versicherung, um für alle Eventualitäten abgesichert zu sein.

 

Fall 2: Kfz-Abmeldung aus persönlichen Gründen

Auch persönliche Gründe können Fahrzeughaltende dazu veranlassen, ein Kfz abzumelden. So kann zum Beispiel der finanzielle Aspekt eine Rolle spielen. Mit der Abmeldung eines Kfz entfallen die oftmals unterschätzten Haltungskosten, darunter Steuer, Reifenwechsel und Kraftstoff.

Darüber hinaus kann es vorkommen, dass die Person einfach nicht mehr fahren möchte. Häufig werden Autos stillgelegt, um sie für die kommenden Jahre „einzumotten“. Eine Person höheren Alters kann ihr Auto beispielsweise mit der Absicht abmelden, es zu einem späteren Zeitpunkt einem Enkelkind zu überlassen.

 

Fall 3: Fahrzeug abmelden nach Diebstahl

Ein besonders unerfreulicher Grund für eine Kfz-Abmeldung: das Fahrzeug wurde gestohlen. Benachrichtige in diesem Fall umgehend die Polizei. Denn um das Auto ohne Nummernschilder bei der Zulassungsbehörde abzumelden, benötigst Du eine polizeiliche Bestätigung des Diebstahls. Informiere zudem schnellstmöglich Deine Kfz-Versicherung, um Bußgelder zu vermeiden.Im Zuge einer Anzeige kann auch die Polizei Dein Auto abmelden.

 

Fall 4: Abmeldung des Kfz aufgrund von Verschleiß oder Alter

Unabhängig davon, wie pfleglich es behandelt wird – nahezu jedes Auto kann im Laufe der Zeit verschleißen. Einen besonders hohen Anteil an abgemeldeten Kfz machen jene aus, die bereits 15 Jahre und älter sind.Möchtest Du Dein Auto aufgrund verschlissener Teile oder seines hohen Alters abmelden, stellt sich die Frage, was danach damit passiert. Nutzt Du das Fahrzeug bedingt durch Schäden oder Mängel nicht mehr, kannst Du es endgültig abmelden und schließlich verschrotten lassen.

Fahrzeug abmelden
– Was bedeutet das?

Die Abmeldung eines Kfz wird auch als Stilllegung oder Außerbetriebsetzung bezeichnet und bedeutet, dass das Fahrzeug nicht mehr für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen ist. Darüber hinaus darf ein stillgelegtes Fahrzeug nur auf privatem Grund abgestellt werden.

Das muss jedoch nicht zum Dauerzustand werden, sondern beschränkt sich zunächst auf 7 Jahre – schließlich werden nicht bloß Autos abgemeldet, die verschrottet werden sollen. Alle anderen Kfz können innerhalb dieser Frist erneut angemeldet werden.

Möchtest Du ein außer Betrieb gesetztes Auto erst nach 7 Jahren wieder zulassen, muss es zunächst zur Vollabnahme durch den TÜV. Ob das Kfz wieder am Straßenverkehr teilnehmen darf, entscheidet die zuständige Verwaltungskraft.

Wo melde ich mein Auto ab?

Je nach Grund und Umstand, kannst Du Dein Auto an 3 verschiedenen Stellen abmelden.

Persönlich bei der Zulassungsstelle

Grundsätzlich ist die für den Hauptwohnsitz zuständige Kfz-Zulassungsbehörde die erste Anlaufstelle für alle zulassungsbezogenen Anliegen. Anders als bei einer An- oder Ummeldung hast Du bei einer Außerbetriebsetzung die Wahl: Dein Auto abmelden kannst Du in allen Zulassungsstellen bundesweit – unabhängig davon, wo es gemeldet wurde.

 

Persönlich im Bürgerbüro

Auf die durchgehend überfüllten Kfz-Zulassungsstellen wurde reagiert: Inzwischen bieten auch die Einwohnermeldeämter bzw. Bürgerbüros mancher Städte den Service der Kfz-Abmeldung an. Informiere Dich vorab jedoch genau, was Du tatsächlich bei Deinem nächstgelegenen Bürgerbüro erledigen kannst. Einige decken nicht alle Dienstleistungen von Kfz-Zulassungsstellen ab.

 

Online im Portal der Zulassungsstelle

Mehr Flexibilität und eine hohe Zeitersparnis verspricht die i-Kfz (internetbasierte Kfz-Abmeldung). Dafür müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Entscheidend sind hierfür unter anderem das Zulassungsdatum (Kfz darf erst ab dem 1.1.2015 zugelassen worden sein) sowie ein elektronischer Personalausweis mit freigeschalteter Onlinefunktion (eID). Die genauen Bestimmungen findest Du auf der Seite des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Wer kann mein Auto abmelden?

Möchtest Du Dein Auto abmelden, findest aber nicht die Zeit, dies selbst bei der Kfz-Zulassungsbehörde zu erledigen? Dann könntest Du stattdessen auch die Online-Kfz-Abmeldung nutzen. Oder aber Du beauftragst ein Familienmitglied oder Bekannten damit. Im Gegensatz zur Ummeldung braucht diese Person keine Vollmacht von Dir, sondern muss lediglich die unten aufgeführten Dokumente vorlegen.

Jede Person, die über die entsprechenden Unterlagen (Fahrzeugpapiere) verfügt, kann bundesweit in jeder Zulassungsstelle Dein Auto abmelden.

Auto abmelden
– Unterlagen im Überblick

Was brauche ich, um ein Auto abzumelden? Unabhängig davon, aus welchem Anlass die Außerbetriebsetzung erfolgen soll, benötigst Du dafür eine Reihe von Unterlagen. Mit den untenstehenden Checklisten hast Du alle wichtigen Dokumente im Blick und kannst Dich optimal auf Deinen Termin vorbereiten.

 

Erforderliche Unterlagen für die Abmeldung eines Kfz

Möchtest Du Dein Auto abmelden, sind folgende Dokumente immer erforderlich:

    • Zulassungsbescheinigung
      Teil I (ehemals Fahrzeugschein)
    • Zulassungsbescheinigung
      Teil II (ehemals Fahrzeugbrief)
    • Nummernschilder des Fahrzeugs
    • Bargeld oder elektronisches Zahlungsmittel

Für den Fall, dass Du Dein
Auto endgültig abmelden (verschrotten lassen) möchtest, brauchst Du zusätzlich einen Verwertungsnachweis der Altauto-Annahmestelle.

 

Erforderliche Unterlagen bei gleichzeitiger Anmeldung eines Kfz

Planst Du nach der Abmeldung Deines alten Fahrzeugs direkt ein neues anzumelden, benötigst Du auch die folgenden Unterlagen:

    • Elektronische Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer)
    • Zulassungsbescheinigung
      Teil I (des neuen Fahrzeugs)
    • Zulassungsbescheinigung
      Teil II (des neuen Fahrzeugs)
    • Prüfbescheinigung der letzten Hauptuntersuchung (HU)
    • Nummernschilder (wenn das neue Kfz noch auf eine andere Person zugelassen ist)
    • Bargeld oder elektronisches Zahlungsmittel

Wie melde ich mein Auto ab?
– Allgemeiner Ablauf

Je nachdem welche Option für Dich infrage kommt, durchläufst Du einen anderen Prozess bei der Abmeldung Deines Kfz. Eine Zusammenfassung beider findest Du im Folgenden:

Auto in der Behörde abmelden

1. Terminvereinbarung: Um lange Wartezeiten zu vermeiden, vereinbare einen Termin für die Abmeldung Deines Fahrzeugs. Das ist für gewöhnlich online möglich.
2. Übergabe der Dokumente: Bei Deinem Termin in der Zulassungs-
behörde werden zunächst Deine Daten aufgenommen und Du wirst gebeten, alle nötigen Unterlagen zu überreichen.
3. Kennzeichen-Entwertung: Anschließend entwertest Du die Nummernschilder Deines Fahrzeugs. Hierzu müssen die TÜV-Plakette der Haupt- und Abgasuntersuchung sowie das Siegel des jeweiligen Landkreises zerstört werden.
4. Vermerk: Du hast Dein Fahrzeug vollständig abgemeldet – dies wird in Teil I der Zulassungsbescheinigung eingetragen.
5. Bezahlung: Die Kosten für die Kfz-Abmeldung begleichst Du vor Ort in der Behörde. In der Regel kannst Du dort mit Bargeld oder Karte bezahlen.

Auto online abmelden

1. Registrierung: Im Portal der Kfz-Zulassungsstelle registrierst Du Dich mit Deinem elektronischen Personalausweis für die Online-Abmeldung Deines Fahrzeugs.
2. Dateneingabe: Im nächsten Schritt gibst Du verschiedene Daten ein – dazu gehören die Kennzeichennummer und der siebenstellige Code aus der Zulassungs-
bescheinigung Teil I.
3. Kennzeichen-Entwertung: Zudem wirst Du aufgefordert, den Sicherheitscode der Stempelplakette auf dem Nummernschild einzugeben. Dieser wird sichtbar, sobald Du die Plakette abkratzt – dadurch wird das Kennzeichen gleichzeitig entwertet.
4. Bezahlung: Anschließend werden Dir die anfallenden Gebühren angezeigt. Du kannst sie mit der Kreditkarte oder per Giropay bezahlen.
5. Bescheid: Bei erfolgreicher Online-Abmeldung Deines Kfz erhältst Du einen Abmeldebescheid per Post.

Was kostet es ein Auto abzumelden?

Wie bei allen anderen Zulassungsvorgängen fallen auch bei der Abmeldung Deines Kfz Gebühren an. Generell sind diese zwar gering – wie viel Du tatsächlich zahlst ist jedoch von verschiedenen Faktoren abhängig. So kann es unter anderem eine Rolle spielen, ob Du das Auto in einem anderen Zulassungsbezirk angemeldet hast, als Du es nun abmeldest. Keine Auswirkung auf die Kosten hat es hingegen, ob Du das Auto vorübergehend oder endgültig (zum Beispiel bei Verschrottung) außer Betrieb setzt.

Wie hoch die Kosten für Kfz-Abmeldungen im Durchschnitt ausfallen, kannst Du der Tabelle entnehmen:

Ausgangssituation Kosten
Abmeldung kreiszugehöriger Fahrzeuge
Du meldest das Kfz dort ab, wo es angemeldet worden ist.
Ø 7 €
Abmeldung auswärtiger Fahrzeuge
Du meldest dein Kfz in einem anderen Zulassungsbezirk an, als den, wo Du Dein Auto früher angemeldet hast.)
Ø 10 €

Kosten bei einer Zwangsstilllegung

Nicht immer ist die Abmeldung des Kfz von der Fahrzeughalterin bzw. dem Fahrzeughalter gewünscht und erfolgt freiwillig. Wurden etwa die Beiträge für die Kfz-Versicherung nicht bezahlt oder stellt das Fahrzeug ein Risiko im Straßenverkehr dar, können die Zulassungsbehörden die Außerbetriebsetzung erzwingen. Das ist nicht nur unerfreulich, sondern auch teuer: bis zu 300 Euro können dabei anfallen. Doch auch in diesem Fall unterscheiden sich die exakten Kosten je nach Stadt und Behörde.

Du kannst diese Gebühren vermeiden, indem Du Dein Fahrzeug auf üblichem Wege selbst abmeldest – ehe die Zulassungsbehörde oder das Ordnungsamt einschreitet und dies übernimmt.

Nach der Abmeldung des Kfz

Die Abmeldung eines Kfz ist hauptsächlich ein bürokratischer Vorgang. Doch was genau passiert eigentlich nach der Stilllegung eines Fahrzeugs? Antworten auf die wichtigsten Fragen findest Du hier:

 

Was passiert mit Steuer und Versicherung?

So lange Dein Fahrzeug für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen ist, bist Du verpflichtet die Kfz-Steuer sowie Versicherungsbeiträge entrichten. Meldest Du dein Auto ab, wirst Du von diesen Pflichten befreit. Statt jedoch die Kfz-Versicherung und das Zollamt selbst darüber informieren zu müssen, kannst Du Dich entspannt zurücklehnen – denn das übernimmt die Zulassungsbehörde.

Bereits im Voraus geleistete Versicherungsbeiträge sowie Steuern werden Dir anteilig zurückerstattet. Das kann jedoch einige Wochen dauern.

 

Darf ich mit dem abgemeldeten Kfz noch fahren?

Ob zum Autohaus, zum privaten Stellplatz oder zum Schrottplatz – in den meisten Fällen muss ein Kfz nach der Abmeldung noch mindestens einmal bewegt werden. Generell sind solche Fahrten am selben Tag der Außerbetriebsetzung noch möglich.

Informiere Dich vorab, ob Deine Versicherung (mindestens Kfz-Haftpflichtversicherung) diese tatsächlich mit abdeckt.

Was beachten beim Verschrotten?

Ist Dein Auto nicht mehr fahrtüchtig und würde sich auch der Verkauf nicht mehr lohnen, kannst Du es von einem Autoverwerter verschrotten lassen. Dieser entsorgt das Fahrzeug für einen bestimmten Preis sach- und umweltgerecht. Denke zuvor an die Abmeldung Deines Kfz. Hierfür benötigst Du die oben aufgeführten Dokumente einschließlich eines Verwertungsnachweises des entsprechenden Autoverwerters.

Im Zuge der Verschrottung können auch Autoverwerter Dein Auto für Dich abmelden. Informiere Dich vorab über den Gesamtpreis für die Verschrottung inklusive Abmeldung.

Altes Auto abmelden und neues anmelden?
– Nicht ohne Kfz-Versicherung

Ob online oder vor Ort bei der Kfz-Zulassungsbehörde – meldest Du Dein altes Auto ab, erlischt sein Versicherungsschutz. Möchtest Du direkt im Anschluss ein neues Fahrzeug zulassen, brauchst Du dafür eine neue Police. Mit Joonko findest Du die passende Kfz-Versicherung für Dein neues Auto. Beantworte nur wenige Fragen und wir zeigen Dir die besten Angebote aller Versicherer – schnell, einfach und fair!