Marderschaden

Was tun bei Marderschäden am Auto?

Pfotenabdrücke auf dem Auto, Essensreste im oder ums Auto herum, oder gar Kot im Motorraum – ob ein Marder zu Besuch war, kann man an vielen, kleinen Details erkennen.

Informationen zum Marder

Solltest Du einen Marder inflagranti erwischen und in der Nähe Deines Autos antreffen, erkennst Du ihn an seinem schlanken, flachen Körperbau, dem braunen Fell und weißen Fleck an der Kehle. Meistens handelt es sich übrigens um Steinmarder.

Marder sind dämmerungs- und nachtaktiv und nur selten tagsüber auf Nahrungssuche. Da Autos trocken und warm sind, nutzen Marder sie gerne, um Nahrungslager anzulegen. Was Marder nicht gerne mögen, sind Konkurrenten. War ein anderes Männchen vorher im Auto, werden Marder wütend. Diese Wut lassen sie an Schläuchen, Kabeln und anderen Autoteilen aus.

Monate der häufigsten Schäden

Schäden finden meist in den Monaten von März bis zum späten Sommer statt. Besonders häufen sich die Schäden während der Paarungszeit – vorrangig zwischen April und Mai. Im Mai haben Marderschäden meist Hochsaison. Hier sind männliche Konkurrenten im Revier besonders ungern gesehen. Wird der Konkurrent nicht persönlich angetroffen, fällt die Wut auf umliegende Teile.

Beliebte Bauteile

Marder sind nicht in ihrer Wut besonders wählerisch. Alles was leicht zugänglich ist, ist willkommen. Bauteile, die jedoch sehr häufig beschädigt werden, sind:
Darüber hinaus sind beliebt:

  • Zuleitungen der Scheibenwaschanlage,
  • Bremsleitungen,
  • Faltenbälge,
  • Benzinleitungen.

Versicherungsschutz

Die von Mardern verursachten Schäden werden über die Teilkaskoversicherung abgedeckt. Eine Hochstufung im Folgejahr erfolgt nicht. Lediglich die Selbstbeteiligung je Schaden ist zu entrichten.

Direkte Schäden und Folgeschäden

Alles was Marder direkt beschädigen, bezeichnet man als direkten Schaden. Die Kosten zur Behebung liegen bei etwa. 150 Euro. Dies ist meist die Höhe der vereinbarten Selbstbeteiligung, so dass der Schaden meist komplett vom Versicherungsnehmer selbst zu bezahlen ist.

Gefährlicher und auch kostenintensiver sind die Folgeschäden, die zum Beispiel ein kaputter Schlauch oder ein kaputtes Kabel versuchen können. So kann ein defekter Kühlschlauch zu einem Motorschaden führen, da es zu einer Überhitzung des Motors kommt. Ein defektes Zündkabel kann Auswirkungen auf den Katalysator haben und dort zu Schäden führen. Manche Versicherungen übernehmen nur die direkten Schäden. Folgeschäden, die mehrere tausend Euro kosten können, können durch einen Zusatz eingeschlossen werden.

Beliebte Automarken des Marders

Laut Auswertung des Schweizer Versicherungsunternehmens „Baloise“ fallen folgende Automarken den Mardern besonders häufig zum Opfer:

  • Renault
  • Ford
  • Toyota

Weniger interessant scheinen:

  • Mercedes
  • BMW
  • Audi

Woran das liegt, ist nicht erwiesen. Es gibt Vermutungen, dass für Marder besonders interessante Zutaten (z. B. Fischmehl) bei der Herstellung der entsprechenden Teile eingesetzt werden.

Die Forschung beschäftigt sich bereits damit herauszufinden, wie Autoteile uninteressanter für die Nager gemacht werden können. Hier gibt es weiterführende Informationen zu dieser Art von Forschung.

Bei Mardern beliebte Bundesländer

In allen Bundesländern gibt es jährlich Marderschäden. Besonders aber in Bayern und Baden-Württemberg sind Marder sehr aktiv:

Aufwand nach Schaden

Im bundesweiten Durchschnitt liegen die Kosten pro Marderschaden bei 295,87 Euro. Hier eine Übersicht der Kosten nach Bundesland:
Laut Auswertung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft lagen die Kosten von Marderschäden an Kraftfahrzeugen im Jahre 2018 bei 69 Millionen Euro. Die Gesamtzahl der Fälle in dem Jahr lag bei 198.000.

Deutliche Anzeichen dafür, dass ein Marder zu Besuch war

Deutliche Anzeichen dafür, dass ein Marder am Fahrzeug war, sind Pfotenabdrücke auf der Windschutzscheibe.

Wie Du den Unterschied zwischen einer Katzen- und einer Marderpfote erkennen kannst, siehst Du hier.

Weiterführende Informationen zur Spurensuche.

Weitere, deutliche Anzeichen sind:

  • Essensreste im Motorraum
  • Kotspuren auf, im oder unter dem Auto
  • Ausgetretene Flüssigkeiten unter dem Fahrzeug
  • Angefressene Motorraumverkleidung (Unterseite Motorhaube)
  • Angenagte Kabel und Schläuche
  • Gerüche von Flüssigkeiten oder „Brandgeruch“ während der Fahrt, da Flüssigkeiten an heißen Motorteilen verdunsten
  • Fahrzeug springt nicht mehr an, obwohl am Tag vorher alles einwandfrei funktioniert hat
  • Warnlampen, die vorher nicht aktiv waren, leuchten beim Anlassen oder während der Fahrt
  • Auto beginnt zu Ruckeln beim Anfahren

Wer glaubt, dass ein Marder im Fahrzeug ein und aus geht, aber keine deutlichen Signale findet, der kann:

  • Mehl an einem regenfreien Tag unter das Auto streuen
    (im Mehl sind Spuren besonders gut sichtbar)
  • eine Nachtsichtkamera ausleihen/installieren.

Tipps zur Vorbeugung von neuen Schäden

Damit der Marder nicht noch einmal auf die Idee kommt Dein Auto zu besuchen und Schaden anzurichten, empfiehlt sich Folgendes:

Einfach umzusetzen:

  • Lavendel im Motorraum auslegen
  • Hunde- oder Katzenhaare im Auto verteilen
  • Einsatz eines Sprays zum Schutz vor Mardern
  • Parken an der gleichen Stelle (wer oft den Parkplatz wechselt, parkt automatisch öfter im Gebiet eines konkurrierenden Marders)
  • Parken im Licht von Straßenlaternen
  • Hasendrahtgitter oder Maschendrahtzaun unter das Auto legen (hier beachten, dass das Gitter wirklich unter den Öffnungen am Unterboden liegt und vor dem Wegfahren wieder weggeräumt wird)

WC-Steine oder Mottenkugeln sind aufgrund der chemischen Substanzen nicht zu empfehlen, da diese Schaden an Bauteilen verursachen können.
Mit Kostenaufwand verbunden:

  • Motor- und Unterbodenwäsche durchführen*
  • Einbau eines Marderschrecks mit Elektroschock-Platten** auf Ultraschall-Basis
  • Einbau eines Unterbodenschutzes durch die Werkstatt, um offene Stellen zu schließen
  • Einbau von bissfestem Schlauch- und Kabelschutz
  • Installation eines Bewegungsmelders am nächtlichen Stellplatz

* Lass eine Motor- und Unterboden nur von einer fachkundigen Stelle durchführen. Entscheide bewusst, ob Du das Risiko eingehen möchtest, dass es zu Fehlfunktionen aufgrund von Wasser kommen kann. Denn auch diese musst Du dann wieder beheben lassen.

** Die Elektroschock-Platten sind nur zum Abschrecken gedacht und führen nicht zu einer körperlichen Beeinträchtigung des Marders.
Sofern Zugang zu einer Garage:

  • Parken Deines Fahrzeuges in der Garage (sofern vorhanden)
  • Eventuell Tausch des Garagenstellplatzes mit jemandem aus der Familie, dessen Fahrzeug weniger interessant ist für Marder
  • Anmietung einer Garage während der Marderschäden-Hochsaison (März bis zum späten Sommer)
  • Garage mardersicher machen (z. B. Lüftungsöffnungen mit Gittern schließen)

Schadenmeldung bei der Versicherung

Wenn Du einen Schaden durch einen Marder bemerkst, ist dieser in der Regel binnen einer Woche zu melden. Informiere zudem – sofern vorhanden – Deinen Schutzbrief-Dienstleister. Eventuell kann Dir dieser bereits vor Ort helfen.

Fazit

Ein Marder kann in freier Wildbahn bis zu 20 Jahre alt werden. Daher handle lieber umgehend, wenn Du merkst, dass ein Marder an oder in Deinem Auto war. Wichtig ist es, die Spuren des vorherigen Besuchers zu beseitigen und dafür zu sorgen, dass auch zukünftig kein Marder mehr Zugang zu Deinem Auto hat.

Prüfe am besten gleich, ob Deine Versicherung Marder- und Folgeschäden abdeckt.

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